Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. Sie prägt die Automobilbranche bereits heute und beeinflusst zentrale Themen. Welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind, diskutierten Führungskräfte auf dem Women’s Leadership Panel bei Google in München.
Anwendungsfälle für KI gibt es inzwischen nahezu überall: im Büro, im Alltag und zu Hause. Für viele Unternehmen ist die Technologie längst mehr als nur ein Tool. Rund 80 weibliche Führungskräfte aus der Automobilbranche kamen deshalb unter dem Motto „Wo Tradition auf Transformation trifft“ zusammen, um über die Rolle von KI und ihre Auswirkungen auf Unternehmen zu sprechen.
„Fast alles, was ich mich frage, frage ich heute bereits die Künstliche Intelligenz“, meint Jennifer Treiber-Ruckenbrod, Chief Marketing Officer Mini.
Integration der KI-Kompetenz ist eine Hürde
Vor allem in den vergangenen beiden Jahren habe die Technologie enorme Fortschritte gemacht. „Das ist beeindruckend und erschreckend, aber zweifelsohne die größte technische Revolution“, so Stefanie Schieber, Industry Leader Automotive bei Google, im Hinblick auf den schnellen Fortschritt der Künstlichen Intelligenz.
An der technologischen Reife selbst mangele es kaum. Die eigentliche Herausforderung liege darin, die neuen Möglichkeiten sinnvoll in bestehende Organisationsstrukturen und Prozesse zu integrieren.
Bei Mini treibt Jennifer Treiber-Ruckenbrod die Einführung von KI derzeit im gesamten Marketing voran. Ziel sei es, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Allerdings reiche die bloße Verfügbarkeit der Technologie nicht aus. Entscheidend sei, dass Mitarbeitende ihre Möglichkeiten richtig einordnen und nutzen können.
„Die Technologie nutzen alle gleichermaßen, aber der Umgang ist entscheidend. Dazu brauchst du den Menschen, um Relevanz zu schaffen“, so Treiber-Ruckenbrod. Gelinge dies, könne die Branche davon erheblich profitieren und in einzelnen Bereichen verlorenen Boden wieder gutmachen – insbesondere gegenüber der chinesischen Konkurrenz.
Menschliche Kontrolle bleibt relevant
Einigkeit herrschte unter den Teilnehmerinnen insbesondere bei den Fähigkeiten, die künftig an Bedeutung gewinnen: Fachwissen, praktische Erfahrung und ausgeprägte soziale Soft-Skills.
Für Führungskräfte bleibt dabei eines zentral: „Es braucht weiterhin Teams, die beurteilen können, ob die KI nicht halluziniert“, meint die Expertin Anna Herlt.
Soft-Skills gewinnen an Bedeutung
Führungskräfte, so Treiber-Ruckenbrodt, müssen dabei zunehmend eine Coaching-Rolle einnehmen, um Mitarbeiter zu fördern.
Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz entstehen nach Ansicht der Diskussionsteilnehmerinnen auch neue Chancen für Frauen in der Branche.
Denn Eigenschaften wie Empathie, Neugier und kritisches Hinterfragen im Umgang mit KI gewinnen zunehmend an Bedeutung – genau hier sehen die Managerinnen die Stärken von Frauen. Denn selbst wenn eine KI ein Ergebnis vorschlägt, müsse dies nicht zwangsläufig die beste Lösung sein. Umso wichtiger sei es, Ergebnisse einordnen, bewerten und gegebenenfalls korrigieren zu können.
Anna Herlt fasst es kurz zusammen: „Man könnte fast sagen: KI ist ein Frauenthema.“